Konditionen
Beleihungsauslauf und Eigenkapital
Der Beleihungsauslauf ist einer der wichtigsten Zinstreiber — und der Hebel, den Selbstständige über ihr Eigenkapital direkt steuern können. Was die Begriffe bedeuten und warum sich mehr Eigenkapital doppelt lohnt.
Drei Begriffe werden oft verwechselt, hängen aber direkt zusammen und entscheiden über deinen Zinssatz:
- Beleihungswert: der Wert, den die Bank der Immobilie dauerhaft zutraut — meist 5–10 % unter dem Kaufpreis (Sicherheitsabschlag).
- Beleihungsgrenze: der Anteil des Beleihungswerts, den die Bank maximal beleiht (z. B. 80 %).
- Beleihungsauslauf: das tatsächliche Verhältnis von Darlehen zu Beleihungswert in Prozent — die Kennzahl, die in den Zins einfließt.
Warum der Zins mit dem Beleihungsauslauf steigt
Je höher der Beleihungsauslauf, desto höher das Risiko der Bank im Verwertungsfall — und desto höher der Zinsaufschlag. Unter 60 % gibt es die besten Konditionen; ab 80–90 % steigen die Aufschläge spürbar. Die folgende Staffel ist eine typische, orientierende Größenordnung (keine Konditionszusage):
Indikative Berechnung für Selbstständige. Die tatsächliche Baufinanzierung hängt von der individuellen Bonitätsprüfung der Bank ab. Keine Finanzberatung im Sinne des § 34i GewO.
Warum das für Selbstständige besonders zählt
Selbstständige zahlen ohnehin häufig einen kleinen Risikoaufschlag. Ein niedriger Beleihungsauslauf ist der wirksamste Hebel, das auszugleichen: Wer statt 10 % Eigenkapital 20–30 % einbringt, drückt den Auslauf unter 80 % oder 60 % — und holt sich damit oft mehr zurück, als die zusätzlichen Eigenmittel an Rendite anderswo brächten. Wie viel Eigenkapital realistisch nötig ist und was als Eigenkapital zählt, steht im Eigenkapital-Ratgeber.
Rechenlogik am Beispiel
Kaufpreis 400.000 €, Beleihungswert nach 10 % Sicherheitsabschlag 360.000 €. Bei einem Darlehen von 320.000 € beträgt der Beleihungsauslauf rund 89 % (320.000 ÷ 360.000) — also im teureren Bereich. Mit 80.000 € mehr Eigenkapital sinkt das Darlehen auf 240.000 €, der Auslauf auf rund 67 % — und der Zins spürbar.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Beleihungswert und Kaufpreis?
Der Kaufpreis ist, was du zahlst. Der Beleihungswert ist der vorsichtig geschätzte Wert, den die Bank im Notverkauf dauerhaft erzielen würde — meist 5–10 % niedriger. Der Beleihungsauslauf bezieht sich auf den Beleihungswert, nicht auf den Kaufpreis.
Ab welchem Beleihungsauslauf wird es teuer?
Bis etwa 60 % gibt es die besten Zinsen. Bis 80 % sind die Aufschläge moderat, ab 90 % bis 100 % deutlich. Für Selbstständige lohnt es sich daher besonders, durch Eigenkapital unter die 80-Prozent-Marke zu kommen.
Kann ich ohne Eigenkapital finanzieren (100 %)?
Möglich, aber teuer und für Selbstständige selten. Eine Vollfinanzierung treibt den Beleihungsauslauf auf 100 % und mehr, was hohe Zinsaufschläge bedeutet — und viele Banken verlangen von Selbstständigen ohnehin Eigenkapital plus Kaufnebenkosten.
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